"Welt mit zwei Dimensionen"Für die Zusammenarbeit mit
dem österreichisch-iranischen Frauenverein GIF bedankte sich
Ursula Struppe, Theologin und Leiterin der Magistratsabteilung
für Integrations- und Diversitätsangelegenheiten in Wien (MA
17), in einer sehr persönlichen Rede. Die Gesellschaft stehe für
ein Verständnis von Integration und Diversität, zu dem sich auch
die Stadt Wien bekenne. Seine Mitglieder, so Struppe, seien
"Iranerinnen und Wienerinnen": "Sie leben aber nicht in zwei
Welten, sondern in einer Welt mit zwei Dimensionen."
Mehrsprachigkeit und die Zugehörigkeit zu zwei Kulturen seien
"ein Reichtum und keine Gefahr".
GIF klärt laut Eigenaussage "iranische Frauen über ihre
Rechte als Frauen und als Migrantinnen auf", bietet säkularen
Farsi-Unterricht und "versteht sich als Vermittlerin iranischer
Kultur". Dabei besteht der Verein auf der Unabhängigkeit von
Parteien und Glaubensgemeinschaften und sieht sich in der
Frauenbewegung verankert. "Es bleibt noch viel zu tun", sparte
sich Obfrau Shiva Badihi viele Worte.
Die Zeremonie im Wappensaal des Wiener Rathauses umrahmte das
Rasumofsky-Quartett musikalisch mit Mozart und Haydn. Die
Karl-Renner-Preise der Stadt Wien werden seit den 50er Jahren
alle drei Jahre durch eine Jury vergeben. Unter den Gästen waren
diesmal neben der Wiener Integrationsstadträtin Sandra
Frauenberger auch die zweite Wiener Landtagspräsidentin Erika
Stummvoll. (APA)